
Die Geschlechtergeschichte, besonders die Frauengeschichte, etablierte sich als autonomer Zweig der Geschichtsforschung in den 70er-Jahren in enger Verbindung mit der Frauenbewegung. Seit damals hat sich die Disziplin weiter entwickelt und ist heute weit verbreitet.
Der Forschung im Bereich Frauen- und Geschlechtergeschichte liegt der Wille zugrunde, Leben und Erfahrungen der Frauen nicht der Vergessenheit anheim fallen zu lassen, sondern Charakteristiken und Periodisierungen zu rekonstruieren. Die ersten Studien befassten sich mit der Biographie bekannter Frauen und der Geschichte der Frauenbewegungen. In den 80er-Jahren entwickelte sich die Diskussion über inhärente sozial-wirtschaftliche Themen auf einer breiteren Basis.
Schwerpunkte und Zielsetzungen der Frauengeschichtsforschung sind heute vor allem:
Sichtbarmachung der Teilnahme der Frauen an historischen Prozessen
Analyse der Geschlechterrollen in der historischen Rekonstruktion
Systematische Anwendung des Konzeptes „Geschlecht“ als historische Kategorie.
In den letzten Jahren hat die Frauen- und Geschlechtergeschichte in der akademischen Welt aller europäischen Staaten ihren festen Platz erhalten. Doch auch außerhalb der Universitäten existieren Forschungszentren und leben Initiativen, darunter die Frauenarchive, die in ihrer kulturellen Arbeit sehr aktiv sind.